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
Titelbild & Text dazu: Schmidt ahoi! Im Aufwind aus der Flaute? Hilfe die Knef verfolgt mich!
PLUS: Wie in der Bundesliga geholzt werden darf: Brutalo-Fußball - Pardon Interview mit Erich Fromm: Mehr Freizei? Vollere Irrenhäuser!
Original Inhaltsbeschreibung:
Zu diesem Heft
Gegen die Langeweile:
Es mag Zufall, aber es kann auch Aktualität ohne Schlagzeilen sein, daß in diesem Heft zwei Persönlichkeiten, die aus ganz verschiedenen Lebenskreisen kommen, ähnliches als das Hauptproblem unserer Zeit beklagen.
Langeweile ist eine der furchtbarsten Plagen, die es gibt, meint der Psychoanalytiker und Sozialphilosoph Erich Fromm in einem Gespräch mit Adelbert Reif (Seite 115). Diese Langeweile, so Fromm, hat ihre Ursache darin, daß der Mensch ein vollkommen entfremdeter Mensch ist, entfremdet von sich, von anderen Menschen, von der Arbeit.
Ex-Sex-Star Jane Fonda liefert im zweiten Interview dieses Heftes (Seite 12) dazu ein Beispiel aus der von ihr erfahrenen Praxis: In Hollywood ist die Entfremdung des technischen Personals von seiner Arbeit ein besonders trauriges Kapitel. Die bekommen in den meisten Fällen nicht einmal das Drehbuch zu sehen. Sie haben keine Ahnung, warum dieser Film gemacht wird oder worum es in dieser oder jener Szene geht.
Einer der Wege, solcher Entfremdung und der aus ihr resultierenden Langeweile zu entgehen, ist vielleicht, ganz naiv oder stur sich gesellschaftlichen Norm-Anforderungen zu entziehen. Was aber natürlich nur in Einzelfällen möglich ist. Beispiele für die Selbstverwirklichung auf diesem Weg liefern die amerikanischen Underground-Cartoonisten. Sie sind als Helden einer Gegenkultur inzwischen auch von der herrschenden akzeptiert Aber sie gehören vielleicht auch ein wenig zu den Ausnahmeerscheinungen, die Fromm ganz allgemein beschreibt als Mutationen, die die gesellschaftlichen Veränderungen möglich machen (Seite 22).
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